Doris Fraccalvieri - Auffahrunfall - Grund - Abbremsen - Franfurt
 

Doris Fraccalvieri - Verkehrsrecht-Urteile
Auffahrunfall, Abbremsen, Haftungsverteilung
Auffahrunfall nach grundlosem Abbremsen

Bei einem typischen Auffahrunfall spricht der so genannte Anscheinsbeweis dafür, dass der Auffahrende den Unfall entweder durch einen ungenügenden Sicherheitsabstand, durch zu hohe Geschwindigkeit oder/und durch allgemeine Unaufmerksamkeit schuldhaft verursacht hat. Die Anwendung dieser Beweisregeln setzt jedoch das Vorliegen einer typischen Verkehrssituation voraus.

Solch eine "Standardsituation" ist zu verneinen, wenn die Unfallursache aus dem Verantwortungsbereich des Vorausfahrenden herrührt, z. B. weil dieser kurz vor dem Auffahrunfall die Fahrspur gewechselt oder - wie im vorliegenden Fall - ohne ersichtlichen Grund abgebremst hat. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sprach einem Pkw-Fahrer das alleinige Verschulden an einem Auffahrunfall zu, da er ca. 10 Meter nach dem Anfahren an einer auf Grün umschaltenden Ampel ohne erklärbaren Grund stark abgebremst hatte und das nachfolgende Fahrzeug deshalb auf ihn aufgefahren war.

Doris Fraccalvieri Urteil des OLG Franfurt/Main vom 02.03.2006 3 U 220/05 NZV 2006, 585 NJW-Report 2006, 585
Doris Fraccalvieri OLG Franfurt/Main
Doris Fraccalvieri 3 U 220/05
 
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